Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
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Der erste Tiny Forest Deutschlands entsteht in der Uckermark

© HNEEEduard Fischer


Packen es an: Stefan Scharfe (links) und Lukas SteingĂ€sser wollen gemeinsam mit 25 Freiwilligen in diesem FrĂŒhjahr einen Tiny Forest auf einer Wiese in Zichow realisieren.


© HNEE/ Eduard Fischer

Stefan Scharfe und Lukas SteingĂ€sser, beide Studenten an der Hochschule fĂŒr nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), pflanzen einen Miniwald auf einer Wiese in Brandenburg. Die Idee: Mit diesem schnell wachsenden Mikrohabitat, einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, der fĂŒr andere leicht nachahmbar ist. Bis zum 18. Februar 2020 lĂ€uft noch ihre Crowdfunding-Aktion.

„FĂŒr uns ist es wichtig, selber ins Machen zu kommen“, sagt Lukas SteingĂ€sser, der an der HNEE den Bachelor „International Forest Ecosystem Management “ studiert. Gemeinsam mit 25 Freiwilligen wollen er und sein Kommilitone Stefan Scharfe verschiedene heimische Gehölze auf eine FlĂ€che von 800 Quadratmetern in Zichow (Uckermark, Brandenburg) bringen. In diesem FrĂŒhjahr soll es losgehen. „Geplant sind 27 verschiedene Arten mit zirka 3000 Gehölzen anzupflanzen und so in kĂŒrzester Zeit ein möglichst strukturreiches, dem Standort angepasstes Waldökosystem zu erschaffen“, sagt Stefan Scharfe, der den Master “Forest System Transformation” studiert.
Vorbild fĂŒr den Wald der Vielfalt, wie die beiden das Projekt nennen, ist die Methodik des japanischen Biologen Akira Miyawaki. Seine Idee ist es, vor allem in urbanen RĂ€umen auf FlĂ€chen, die mindestens so groß wie ein Tennisplatz sind, kleine Habitate anzulegen, die einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, der Verbesserung der LuftqualitĂ€t, sowie der WasserhaltekapazitĂ€t des Bodens leisten. In der Vergangenheit hat er bereits grĂ¶ĂŸere Konzerne wie Toyota dazu beraten und mit ihnen Kompensationsprojekte in Form von Tiny Forests erfolgreich umsetzt. „Innerhalb von drei Jahren entstanden so kleine WĂ€lder im stĂ€dtischen Raum, diese Systeme tragen sich nun selbst und benötigen kaum Pflege“, erklĂ€rt Lukas SteingĂ€sser, der zur Akira-Miyawaki-Methode eine Bachelorarbeit schreiben und seine Erfahrungen aus Zichow einfließen lassen wird.
Auch in Europa gibt es in Frankreich und den Niederlanden erste Tiny Forests. „In Amsterdam haben wir uns einen bereits angeschaut, der dort prĂ€chtig gedeiht. Beeindruckt hat uns, die dortige Entwicklung. 2019 wurde dem niederlĂ€ndischen Naturbildungsinstitut aufgrund seiner umweltbildenden Maßnahmen mit dem Tiny Forest knapp zwei Millionen Euro zur VerfĂŒgung gestellt, um im Laufe dieses Jahres, 15 weitere zu realisieren“, berichtet Lukas SteingĂ€sser. Das motiviere die beiden, auch in Deutschland dem Thema mehr Bekanntheit zu verleihen. Denn theoretisch könne jedermann Tiny Forests realisieren, soweit ihm/ ihr eine FlĂ€che zur VerfĂŒgung steht. „Denkbar wĂ€re, dass es langfristig Projekte im Bereich der Bildung fĂŒr nachhaltige Entwicklung (BNE) gibt, bei dem Kinder und Jugendliche Tiny Forests auf ihren Schulhöfen oder ihren Schulorten anpflanzen. Gerade im urbanen Raum besteht ein dringendes BedĂŒrfnis die Menschen fĂŒr die Natur zu sensibilisieren“, blickt Lukas SteingĂ€sser optimistisch in die Zukunft.

UnterstĂŒtzung fĂŒr „Wald der Vielfalt“
In Zichow werden schon bald die ersten Arbeiten beginnen. ZunĂ€chst wird auf der FlĂ€che humusartige Biomasse eingebracht, um die WasserhaltekapazitĂ€t des Bodens zu verbessern. Zur Finanzierung der Pflanzaktion und der anschließenden Hege lĂ€uft noch bis zum 18.02.2020 eine Crowdfunding-Aktion https://www.startnext.com/walddervielfalt

WeiterfĂŒhrende Infos:
TED-Talk mit Shubhhendu Sharma https://bit.ly/31HZlJ2
Akira Miyawaki https://de.wikipedia.org/wiki/Akira_Miyawaki

FĂŒr RĂŒckfragen stehen Ihnen zur VerfĂŒgung:

Fachkontakte
Stefan Scharfe
HNEE-Student im Master Forestry System Transformation
Fachbereich fĂŒr Wald und Umwelt
Stefan.Scharfe@hnee.de

Lukas SteingÀsser
HNEE-Student im Bachelor International Forest Ecosystem Management
Fachbereich fĂŒr Wald und Umwelt
Lukas.Steingaesser@hnee.de

Pressekontakt
Annika Bischof
Hochschulkommunikation, Forschungs- und Transfermarketing
Telefon: 03334 657-227
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